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VW kaufen, Ford fahren: Wie gut ist der neue Transporter?

Rechtzeitig zum 75. Jubiläum bringt Volkswagen die neue T7-Generation seines Transporters, auch Bulli genannt – mit so vielen Varianten wie noch nie. Doch unter dem Blech versteckt sich ein anderer Hersteller. Erste Testfahrt.

Der VW T7 Transporter (2025) auf einen Blick

  • Der neue VW T7 wurde von Ford entwickelt
  • Ladevolumen wächst auf bis zu 9,9 m³
  • Elektro-Modelle ziehen über zwei Tonnen
  • Als Benziner, Diesel, PHEV und BEV erhältlich
  • Nfz-Produktion erstmals in der Türkei
  • Grundpreis Kastenwagen (Deutschland) ab 36.780 Euro
  • T7 Caravelle ab 43.945 Euro, als Stromer ab 55.480 Euro

Hardcore-Fans von Bulli, Samba & Co müssen jetzt stark sein: Der neue Volkswagen Transporter T7 ist eigentlich ein Ford. Genau wie der Pick-up Amarok wurde er weitgehend vom blauen Oval entwickelt – natürlich nach Vorgaben von VW. Gebaut wird er in der Türkei bei Ford Otosan. Auf Wertarbeit legt man großen Wert: Die Qualität wird bereits vor Ort kontrolliert und dann noch einmal im Hafen, wenn die Transporter in Deutschland ankommen, wie uns ein VW-Mitarbeiter verriet. Damit wird der Nachfolger des T6.1 erstmals nicht mehr bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover produziert.

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Action-Star Jason Statham wirbt für den Transporter

Die Kooperation mit Ford ist Teil eines größeren Deals: Volkswagen hat im Gegenzug die MEB-Pkw-Plattform an die Amerikaner verpachtet, auf der neben ID.3 & Co nun auch der elektrische Ford Explorer sowie dessen Coupé-Ableger Capri aufbauen. Trost für eingefleischte VW-Fans könnte das neue Testimonial bieten: Action-Star Jason Statham, der mit seinen Transporter-Filmen berühmt wurde.

Doch nun zur neuen Generation des Bulli – dem Freund aller Handwerker, Baufirmen und Shuttle-Services. Noch nie gab es so viele Varianten: Kastenwagen, Pritsche mit Doppelkabine, Caravelle oder Kombi. Zwei Radstände, zwei Fahrzeughöhen, Frontantrieb oder Allrad, Automatik oder Schaltgetriebe – alles ist möglich. Auch bei den Antrieben ist die Auswahl groß: Diesel, Plug-in Hybrid (PHEV) oder rein elektrisch (BEV). Der neue Transporter ist eine eierlegende Wollmilchsau auf vier Rädern – mehr denn je. Wir haben uns die Elektro-Caravelle und den klassischen Diesel-Kastenwagen zur Probefahrt ausgesucht.

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Groß wie nie: Sogar Europaletten passen rein

Wer den Ford Transit nicht genau kennt, wird die enge Verwandtschaft mit dem VW-Transporter zumindest am Blechkleid nicht bemerken. Im Interieur sowieso nicht – das kommt zu 100 Prozent nach VW.

Im Vergleich zum T6.1 ist der neue Transporter fast 15 Zentimeter länger (jetzt 5,05 Meter). Beim langen Radstand wächst die Ladelänge auf satte drei Meter – 40 Zentimeter mehr als beim Vorgänger. Auch in der Breite hat der Bulli zugelegt: Er misst jetzt 2,03 Meter (plus 12,8 cm). Mit einer Ladebreite von 1,48 Metern passt sogar eine Europalette hinein. Das Ladevolumen steigt um fünf Prozent: Der kurze Transporter fasst 5,8 Kubikmeter, der lange sogar bis zu 9,9 Kubikmeter.

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Exterieur & Interieur wie bei VW – ein Cockpit ohne Slider, Ford sei Dank!

Wie sieht der neue Transporter aus? Wie ein echter Volkswagen! Die flachen LED-Scheinwerfer und das verchromte Logo in der Frontspange sind typisch für die Niedersachsen. Auch das Interieur fühlt sich nicht nach Ford an – und schon gar nicht nach Nutzfahrzeug.

Hochaufgelöste Displays sorgen für ein modernes Cockpit: 10,25 Zoll für den Tacho, 13 Zoll fürs Infotainment. Zum Glück verzichtet VW auf die berüchtigten Slider – Ford sei Dank. Der Gangwahlhebel sitzt am Lenkrad und nicht als klobiges Bauteil in der Mittelkonsole. Es gibt viele Ablagen, ein zweites Handschuhfach und zahlreiche USB-C-Anschlüsse. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig – einfach koppeln, schon spiegelt sich das Handy auf dem Display.

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Testfahrt im VW Transporter TDI: Das ist pure Antriebs-Nostalgie

Los geht’s im Diesel-Kastenwagen mit 150 PS. Schön, wenn es noch nagelt unter der Motorhaube! Ab 2.000 U/min liegen die vollen 360 Nm an, die für ein souveränes Vorankommen sorgen. Während der Testwagen mit Achtgang-Automatik stolze 14,7 Sekunden von null auf 100 km/h benötigt, braucht auch die 170 PS starke Top-Version noch 14 Sekunden. Keine Traumwerte - aber dem Gewerbetreibenden dürfte das herzlich egal sein. Hinweis am Rande: Die Motoren stammen allesamt von Ford - anders etwa als die von VW zugelieferten Aggregate im Amarok.

Während der nostalgisch klingende Diesel gut zum Wesen des Transporters passt, überzeugen auch die ausreichend präzise Lenkung sowie das komfortable Fahrwerk. Nur hin und wieder lässt dieses durchblicken, dass man wirklich in einem Nutzfahrzeug sitzt.

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VW E-Caravelle mit bis zu 286 PS

Anders fühlt sich die elektrische Caravelle an: Hier sind Federn und Dämpfer spürbar komfortabler. Zur Wahl stehen 100 kW (136 PS), 160 kW (218 PS) und 210 kW (286 PS). Angetrieben wird der Bus an der Hinterachse oder mit Allrad. Die stärkste Version sprintet in 7,4 Sekunden auf 100 km/h. Wer es sanfter mag, kann einen Begrenzer bestellen, der die Leistung dosiert abruft.

Die Batterie (64 kWh) soll bis zu 350 km Reichweite ermöglichen. Geladen wird mit maximal 125 kW – also 39 Minuten von 10 auf 80 Prozent. An der Wallbox sind es 11 kW. Das Gewicht von 2,5 Tonnen fällt im Fahrbetrieb kaum auf. Der Wendekreis liegt je nach Radstand bei 11,9 bis 13 Metern – das macht den Transporter überraschend agil.

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Noch mehr Anhängelast – bis zu 2,8 Tonnen

Jetzt zu den für Handwerker und Lieferanten entscheidenden Werten: Die Zuladung liegt durchgehend über einer Tonne. Der Stromer nimmt 1.038 kg auf, der Diesel 1.326 kg. Der Plug-in-Hybrid mit 2,5-Liter-Benziner und 233 System-PS schafft 1.140 kg.

Die Anhängelast steigt um 300 kg: Der Diesel zieht bis zu 2,8 Tonnen, der Stromer immerhin 2,3 Tonnen. Auch das Dach trägt mehr – nun bis zu 170 kg.

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Erstes Fazit

Ist der neue VW Transporter ein Ford – oder der Ford ein VW? Diese Frage stellt sich nicht, wenn man ihn fährt. Die Konzepte sind ausgereift, die Qualität stimmt. Beim Preis macht es ohnehin keinen Unterschied, wohin das Geld fließt: Der TDI-Kastenwagen startet bei 36.780 Euro, die Caravelle mit Diesel bei 43.945 Euro. Für die Elektro-Varianten werden mindestens 46.213 Euro fällig, die E-Caravelle kostet ab 55.480 Euro. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)

Technische Daten


Modell VW E-Caravelle (lang) VW Transporter TDI
Motor Permanenterregte Synchronmaschine 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; 1996 cm³
Antrieb Konstantübersetzung; Hinterrad 8-Stufen-Automatik; Vorderrad
Systemleistung 210 kW / 286 PS 110 kW / 150 PS
Max. Drehmoment 415 Nm 360 Nm
Kapazität/Spannung 63,8 kWh (netto) / 303 V ---
Außenmaße (L/B/H) 5450 / 2032 (2275*) / 1961 mm 5050 / 2032 (2275*) / 1983 mm
Leergewicht/Zuladung 2373 / 917 kg 1797 / 1003 kg
Kofferraumvolumen k.A. 5810 l
0-100 km/h 7,4 s 14,7 s
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h 175 km/h
Verbrauch auf 100 km 23,8 kWh 7,1 l D
Reichweite 311 km ---
Grundpreis 71.215,55 € 46.154,15 €
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